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Fische

Temperaturänderungen und Trockenperioden als direkter Einfluss des Klimawandels können z.B. vermehrtes Fischsterben auslösen (Reinartz et al. 2007) sowie ein vermehrtes Auftreten von Krankheiten (z.B. Proliferative Nierenkrankheit bei Bachforellen (Burkhardt-Holm 2009) und die Rotaalseuche (IKSR 2004). Gut belegt ist die generelle Reduktion an kaltstenothermenOrganismen, die an niedere Temperaturen gebunden sind. Arten (z.B. in Quellregionen, Buisson et al. 2008, Mehlig & Rosenbaum-Mertens 2008), wohingegen Warmwasserarten und toleranten Arten die Fähigkeit neue geeignete Abschnitte kolonisieren zu können zugesprochen wird. Auch eine Verschiebung von Forellenpopulationen flussaufwärts ist denkbar. EurythermeOrganismen, die große Temperaturschwankungen ertragen können. CyprinidenKarpfenfische können bei sich erwärmenden Wassertemperaturen flussaufwärts wandern, wohingegen SalmonidenFamilie der Lachsfische, auch Forellenfische. zurückgedrängt werden.

Diese Beobachtungen werden auch durch Modelle bekräftigt, die bis zum Jahr 2100 eine längszonale Verschiebung der Fischregionen in Quellrichtung voraussagen. Dies führt zu Konkurrenz mit dort vorhandenen Kaltwasserarten. Laut einem Modell für die Verbreitung diadromer FischeFische, die zum Laichen in andere Gewässer wechseln, also Wanderfische. aus Europa, Nordafrika und dem Mittleren Osten sind Temperatur und/oder Niederschlag die entscheidenden witterungsbedingten Faktoren für deren Verbreitung (Lassalle & Rochard 2009).

Buisson & Grenouillet (2009) gehen von einem generellen Anstieg in der Diversität aus, wobei sich die Artenzusammensetzung ändern wird (vor allem in Ober- und Mittellauf von Gewässern) und kaltstenothermeOrganismen, die an niedere Temperaturen gebunden sind. SalmonidenFamilie der Lachsfische, auch Forellenfische. durch eurythermeOrganismen, die große Temperaturschwankungen ertragen können. CyprinidenKarpfenfische verdrängt werden. Gleichzeitig sagen die Autoren zukünftige Vereinheitlichung der Fischgemeinschaft voraus. Quellpopulationen werden sich dabei mehr differenzieren (wobei manche Arten lokal aussterben), wohingegen Populationen im Mittel- und Unterlauf sich durch Einwanderung ähnlicher Arten mehr homogenisieren werden. Allerdings kann die Durchgängigkeit die Verbreitung von Fischen in erheblichem Maße beeinflussen, z.B. durch Stauanlagen oder einfache Abstürze (Kolbinger 2002).

Auch der Abfluss kann Änderungen in der Fischgemeinschaft bewirken. So wird vorhergesagt, dass ein reduzierter Abfluss bis zu 75% der lokalen Fischdiversität bis 2070 auslöschen kann (Xenopolous et al. 2005). Weitere Effekte könnten sich z.B. durch die Verschiebung von Laichzeitpunkte oder bei der Änderungen der Abundanzen ergeben (pers. Komm. A. Kolbinger).


KLIWA – Fließgewässerbiologie und Klimawandel
Online: http://fliessgewaesserbiologie.kliwa.de/indikatoren/organismengruppen/fische/index.php
© 2018 - Datum: 20.01.2018